Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind von den Folgen der Corona-Pandemie wirtschaftlich etwas weniger stark betroffen als im vergangenen Herbst, entspannt hat sich die Lage jedoch noch nicht.

Das ergab die von Ende Mai bis Anfang Juni durchgeführte dritte Umfrage der BRAK zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Anwaltschaft. Danach haben Anwält*innen nach wie vor deutliche Mandatsrückgänge zu verzeichnen. Etwas verbessert hat sich die wirtschaftliche Situation insofern, als weniger Außenstände bei Mandant*innen bestehen. Umsatzeinbußen hatten mehr als die Hälfte aller Befragten. Noch immer geht ein nicht unerheblicher Teil (über 8 %) von ihnen davon aus, die Krise wirtschaftlich nicht überwinden zu können; diejenigen, die davon ausgehen, sich wirtschaftlich erholen zu können, sind indes optimistischer als bei der 2. Corona-Umfrage der BRAK vom September 2020.

Die Digitalisierung der Justiz macht aus Sicht der befragten Anwält*innen kleine Fortschritte. Jedoch gaben fast 74 % an, noch nicht an digitalen Verhandlungen teilgenommen zu haben, bei den übrigen Befragten war es nur ein sehr geringer Anteil an digital durchgeführten Verhandlungen. Verfahrensverzögerungen infolge der Pandemie beklagen noch immer gut 40 % (September 2020: 47 %) der Befragten. BRAK-Präsident Dr. Ulrich Wessels mahnte dementsprechend dringende Nachbesserungen in diesem Bereich an.

Eine ausführliche Darstellung der Umfrageergebnisse findet sich auf der Website der BRAK und in der aktuellen Folge des BRAK-Podcasts „(R)ECHT INTERESSANT“.

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